Geld macht keinen Gin

Wir kennen das alle, wir haben Vorfreude und werden dann bitter enttäuscht. Sei es an Weihnachten, wenn man sich von ganzem Herzen einen Ferrari wünscht und dann nur den Lamborghini bekommt. Oder man sieht einen neuen Trailer für einen Film, freut sich Löcher in den Bauch und dann ist der Trailer besser als der Film. Ihr wisst was wir meinen, oder? Warum dieser Blog heute so beginnt? Wir haben das mit einem Gin erlebt. Wir haben lange überlegt ob wir dazu was schreiben sollen oder nicht, aber wir können ja nicht nur Gins online stellen die wir toll finden. Wir würden ja unsere Glaubwürdigkeit, sollten wir denn schon eine haben, verlieren.

Nun also zum Gin der uns bittere Tränen der Enttäuschung, lange Gesichter und ein Gefühl von Leere gegeben hat. Der Gin nennt sich einfach „Lechweg Kramat“ kostet ein Schweinegeld und kommt aus Österreich. Liest man dort auf Homepage nach, könnte (hier müsste kann stehen, aber, ach liest selbst) man sich wirklich auf einen tollen Gin freuen. Wörtlich steht dort „Da die Brenner ihren Qualitätsprodukten keine künstlichen Zusatzstoffe beigeben, besteht dieser Gin nur aus Wacholder, Zitronenmelisse und aromatisierenden Kräutern“. Den „Probier“Gin gibt es in einem sehr schicken Flachmann, mit Filzverkleidung, stilecht in einer Holzbox mit Gras und Heu oder so Zeug vom Lechweg. Der Preis für diese kleine Flasche hat es auch in sich. Knapp 30€ für 100 ml, wenn man das hochrechnet ist man bei knapp 300€ pro Liter. Wir haben uns gefreut als der Flachmann auf dem Tisch stand und wir endlich, nach dem wir ca. 3 Monate über diesen Gin gesprochen und uns das tollste auf der Welt ausgemalt haben, diesen probieren konnten. Also Flasche aufgemacht und dran gerochen. Das Glitzern der Vorfreude aus unseren Augen wich und die Realität traf uns so hart ins Gesicht wie Rocky Balboa einst seine Gegner zu Boden schlug. Der Gin riecht schlicht und einfach, total unspektakulär, wir rochen weder Zitronenmelisse noch irgendwelche Kräuter, ob aromatisiert oder nicht.

Na gut das hat ja nicht wirklich was zu heißen. Also probieren wir den Gin, wie immer aus einem Schnapsglas pur. Und siehe da! Genau so schmeckt er auch, nicht spektakulär, wir schmecken nichts. Tja da trinken wir einmal so einen teuren Gin und er schmeckt uns nicht. Wir leiden, ehrlich, das tut uns weh, die ganze Vorfreude, das Kopfkino und all die tollen Dinge, die wir uns vorgestellt haben sind weg, wir sitzen da mit Gesichtern so lang wie Pferde, die dazu noch im Regen stehen gelassen worden.

Lechweg Kramat Gin
Der Lechweg Kramat Gin und die edle Holzbox
Lechweg Kramat GIn
Der Lechweg Kramat Gin in der edlen Holzbox samt dem Heu.

Wir hatten noch Hoffnung, denn mit einem guten Tonic Water kann man ja oft noch was gut trinkbares zaubern. Wir hatten für solche Fälle eine Dose Windspiel Tonic aufbewahrt, denn wir finden das dieses Tonic mit eins der besten ist. Ihr könnt es aber schon ahnen, dem war nicht so. Es mag sein, das die Enttäuschung über den Lechweg Kramat Gin überwog und wir einfach enttäuscht waren und selbst das beste Tonic der Welt hier nichts hätte ausrichten können, weil wir eh schon in der Stimmung waren „das wird nichts“. Aber durch das Windspiel Tonic wurde der Gin nicht besser, es war ein fader Gin Tonic und im Enddefekt raus geschmissenes Geld. Viel zu schade für die letzte Dose Windspiel die wir hatten.

Der Abend war danach für uns gelaufen, zwar haben wir Ginseidank noch einen guten Gin Tonic getrunken, aber die Wunden die dieses Tasting in unserer Ginseele hinterließ konnte dieser auch nicht mehr lindern.

Zum Glück folgt bald das nächste Tasting und wir sind sicher das wird besser.

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